Referendariat abbrechen | Alternativen zum Lehrerberuf
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Hallihallo,

ich bin Jessica und ich habe das Referendariat abgebrochen.

- Zirp-zirp. Wüstenballen rollen durch die Gegend. Stille. -

Ich arbeite als technische Redakteurin, habe aber eeeeigentlich Lehramt studiert, das Referendariat angefangen, nach einen halben Jahr aber abgebrochen, weil...

Meine Antwort auf die Frage „Wer bist du und was machst du so?“ könnte auch lauten: Ich bin Jessica, ich gehe gern wandern und erkunde die Gegend, ich liebe Musik mit viel Krach und gehe auch super gern auf ebensolche Konzerte. Ich mag Pflanzen und davon möglichst viele um mich herum. Ich liebe es, mich mit einem Buch in ein Café zu setzen und dort meine Zeit zu genießen. Ich…

Ich habe 2015 meine Stelle als Studienreferendarin angetreten und bereits nach einem halben Jahr wieder abgebrochen. Was ist in der kurzen Zeit passiert? Ich habe doch so lange auf den Traum, Lehrerin zu werden, hingearbeitet! Wirklich? War es ein Traum? Mein Traum? Im Nachhinein sage ich: Ich glaube nicht.

Ich kam mit dem Alltag im Referendariat nicht klar. Gut, dachte ich, da müssen alle anderen ja auch durch, kann ja so schwer nicht sein. Wenn du Lehrerin werden willst, musst du da wohl oder übel durch. Will ich denn wirklich Lehrerin werden? Zumindest machte mir die Zeit in der Schule am wenigsten Spaß. Mit Spaß hatte das rein gar nichts mehr zu tun. Ist es vielleicht nur die spezielle Schule, an der ich bin? Ich könnte ja an eine andere Schule wechseln? Bin ich es? Bin ich einfach nicht der Lehrertyp? Aber was soll ich denn sonst machen? Als Lehrerin - ja, ich bin ja noch nicht einmal Lehrerin - habe ich ja keine Alternativen. Sagen zumindest alle. Ich könnte ja wenigstens das Referendariat durchziehen, dann habe ich das wenigstens in der Tasche. Aber was ist, wenn ich das gar nicht bestehe? Meine Bewertungen lassen das zumindest erahnen. 

Nach dem Versuch, all diese Fragen zu beantworten und reiflichen Überlegungen, bin ich zum dem Schluss gekommen: Nein, ich will nicht Lehrerin werden und nein, ich will „dieses Ref“ auch nicht durchziehen um „was auch immer“ in der Tasche zu haben. Ich mache mich auf den Weg und suche eine Alternative. Wenn das mein Fokus ist, dann wird sich da schon etwas auftun, wenn ich dranbleibe. Und so sollte es sein!

Heute kann ich sagen: Ich bin Jessica und ich bin schulfrei.

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